Die Piratenpartei in Sachsen

Sachsen

Haben sie heute schon einmal das Wort ‚Sachsen‘ in einem gängigen Nachrichtenportal eingegeben?

„Es ist ein sehr trauriges Bild vom Freistaat, dass sich aber nicht nur heute, sondern schon seit Monaten durch alle Medien zieht“, ärgert sich Michael Bauschke, Landesvorsitzender der Piratenpartei Sachsen.
‚Löscharbeiten behindert: Schaulustige bejubeln Brand in Asylheim‘, steht in der Welt
‚Warum immer wieder Sachsen?‘, fragt sich NTV
und die Neue Osnabrücker Zeitung konstaniert ‚Es scheint nur eine Frage der Zeit, dann gibt es wieder Tote‘

„Das sind Darstellungen von dem, was in den Köpfen einiger, scheinbar immer mehr werdender, irrer zur Realität zu werden scheint. Umso erschreckender, dass in sozialen Medien und Kommentarspalten nicht etwa über die Taten nachgedacht, sondern die Presse wegen Verunglimpfung beschimpft oder die Taten gar bejubelt werden.“, so Bauschke weiter. „Ein Ergebnis von 25 Jahren absoluter Untätigkeit der sächsischen Landesregierungen unter Führung der CDU.“

„Das Teile der Poilzei und des Staatsapparates von rechten Vereinigungen unterwandert sind, zeigt sich nicht erst durch die Pressekonferenz der Polizei Chemnitz nach den Vorfällen in Clausnitz und der Einladung von Herrn Däbritz zur Dankesfeier für Flüchtlingshelferinnen.“, kommentiert Marcel Ritschel, Generalsekretät der Piratenpartei Sachsen. „Anzeichen dafür gibt es schon seit Jahren mehr als genug, die Politik verschließt nur allzugern die Augen, um ihre bisher stabile Mehrheit nicht zu gefährden – bloß keine Experimente…“

Mit einem Ausländeranteil von 2,9% lag der Freistaat noch 2014 weit unter dem bundesschnitt. Eine fast vernachlässigbare Größe, Ausländer kannte man hier kaum, vor allem in den ländlichen Regionen waren sie größtenteils nirgends anzutreffen.

„Die aus Osteuropa stammenden Menschen fielen dabei durch Äußerlichkeiten kaum auf, Menschen aus Vorderasien arbeiteten als Dönerverkäufer und jene aus Süd- und Ostasien wurden grundsätzlich als ‚Fidschis‘ abgetan, die zumeist Billigwaren auf Märkten oder Geschäften verkauften oder Imbisse betrieben – zumindest ist das das Bild, mit dem ich hier im Freistaat aufgewachsen bin.“, erklärt ein Mitglied der Partei. „Rechtsradikale Musik lief wie selbstverständlich im Jugendclub und dass Ausländer uns die Arbeit wegnehmen war ein festes Dogma, an dem keiner auch nur zu rütteln wagte. Politische Bildung gab es so gut wie garnicht – auch nicht auf dem Gymnasium. Denn trotz solcher Denkmodelle, nahmen wir uns selbst nie als rechtsradikal wahr. Die NPD galt in großen Teilen meines Freundeskreises trotz der eigenen Einstellung als schlecht und der rechtsradikale Jugendclub lag drei Dörfer weiter und war verpöhnt.“

„Und genau hier liegt das eigentliche Problem“, so Marcel Ritschel. „Politische Bildung existiert in Sachsen seit 25 Jahren nicht. In den Lehrplänen wird bis zur zehnten Klasse maximal ein halbes Jahr lange politische Bildung vermittelt. [1] [2] Das jetzt in kurzer Zeit nachzuholen ist zwar unmöglich, aber die Landesregierung muss endlich handeln. Wir brauchen mehr als allwöchentliche Verurteilungen immer wieder neuer Taten, denn es scheint nicht nur, es IST nur noch eine Frage der Zeit, bis es wieder Tote gibt.“

[1] Lehrplan Gemeinschaftskunde Mittelschule
[2] Lehrplan Gemeinschaftskunde Gymnasium


Kommentare

2 Kommentare zu Sachsen

  1. moin

    es ist schon etwas peinlich, wenn mensch gefragt wird, ob mensch west- oder ostdeutscher ist.
    als wären hier bzw da die guten und da die bösen.
    (ich selbst bin ostfriese – alle nicht ostfriesen sind ausländer )

    dieses gehabe der besserwessis ist zum rückwärtsessen:

    auch im westen brennen heime; auch hier gibt es afd, npd und andere parteien, die meiner meinung nach zumindest in teilen verfassungsfeindlich sind.
    auch hier wird die petry-partei – dass diese person einen friesichen vornamen hat, ist mir peinlich – in landtage einziehen.
    (übrigens stammen viele bonzen der parteien am bzw jenseits des rechten randes aus dem westen)
    braune kacke gibt es überall.

    interessant ist die strategie, die den anschlägen zugrunde liegt!

    zündet jemand ein haus an, indem menschen leben, nimmt er deren grausamen tod billigend in kauf.
    dass ist nach prinzipien des rechtsstaates dolus eventualis (=dolus scheissegalus) also vorsatz.
    die strafe für einen versuch kann, muss aber nicht gemindert werden.
    zündet also jemand ein haus an, in dem 5 menschen leben, ist die rechnung die im der rechtsstaat präsentieren kann recht einfach: 5mal 211,212,22,23 à 20 jahre = 100 jahre knast. (bei soviel knast bleibt die brandstiftung unberücksichtigt)
    (die ggteilige meinung vertritt mit der begründung „ich bin pirat“ und auf hinweis seiner parteiposten jan sicars, er hat gefordert, dass es für sowas wenn überhaupt lediglich eine bewährungsstrafe geben sollte)

    worauf ich hinaus will:
    es ist schon interessant, dass unbewohnte flüchtlingsheime abgefackelt werden.
    (ein schelm, wer böses dabei denkt)


    natürlich ist es keine frage der zeit, dass menschen aus rassismus ermordet werden.
    in den letzten jahren hat nicht nur die nsu gemordet.

    pegida sind leute, die werte verteidigen, an die sie nicht glauben, gegen menschen, die sie nicht kennen und von denen sie lediglich aus medien gehört haben, denen sie nicht glauben.

    was die innenpolitik des freistaates sachsen angeht, ist es sache der sachsen.

    gala frye fresana

    zara

  2. moin

    80/90 ist jede menge mist geschehen.

    teilweise ging es nicht anders, teilweise ging anderes schief.
    und mitunter wurde es versaut – ua aus machtgründen.
    fehler begingen wessies und zonies.

    der sogenannte einigungsvertrag sollte neu verhandelt werden.

    west und ost wurden verarscht.

    braunen dreck gibt es sowohl im osten, als auch im westen.

    es ist nicht dummheit der sachsen, dass bei euch npd/afd so erlolgreich um wähler werben.
    sachsen sind nicht dumm.
    – und schon garnicht, weil sie sachsen sind –

    bei der sogenannten wiedervereinigung lief massig schief.

    fehler sollten korrigiert werden.

    der sog wiedervereinigungsvertrag sollte neu verhandelt werden.

    unter gleichen.

    also sprach
    zarathustra

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