Die Piratenpartei in Sachsen

Warum es kein geistiges Eigentum gibt

ein Gastbeitrag von Andreas Popp

»Sie würden kein Auto klauen.« Mit diesen Worten beginnt einer der wohl bekanntesten Werbespots der Filmindustrie. Er kommt zu dem Schluss: »Illegal Filme herunterzuladen ist Diebstahl.« Die Industrie wird nicht müde allen Menschen, die sich Inhalte – seien es Musik, Filme, Bücher oder Software – aus dem Netz herunterladen, den »Diebstahl geistigen Eigentums« vorzuwerfen. Dabei ist es genau der eingangs erwähnte Werbespot, der diese Behauptung als polemische Kampf-Rhetorik enttarnt. Ja, ich würde kein Auto klauen. Aber ich würde eines kopieren, wenn ich könnte.

Zwischen Diebstahl und Kopie gibt es einen entscheidenden Unterschied: Wenn mir jemand etwas stiehlt, dann hab ich es danach nicht mehr. Wenn jemand etwas von mir kopiert, dann habe ich es danach immer noch. Die Lobby der Plattenfirmen, Film-Studios, Buchverlage und anderer Rechteverwerter versucht uns dennoch seit Ewigkeiten weiß zu machen, Kopieren und Stehlen wäre dasselbe. Man denke nur an den Begriff der »Raubkopie«, der schon gleich doppelt falsch ist, immerhin muss man zum Rauben Gewalt anwenden.

Dabei genießen sie Rückendeckung vieler Juristen und Politiker, mit denen sie gemeinsam schon seit ein paar Generationen einen ähnlich falschen Begriff prägen, das sogenannte »geistige Eigentum«. Dieses soll Urheberrechte, aber auch Patente, Marken und Ähnliches mit dem Sacheigentum gleichstellen. Und dennoch scheinen Millionen von Menschen, die zum Großteil sicher nie auf die Idee kämen einen Ladendiebstahl zu begehen, kein schlechtes Gewissen dabei zu haben, sich Inhalte aus dem Netz zu laden. Haben diese Menschen alle einfach nur doppelte Standards? Oder sollte man viel lieber hinterfragen, ob etwas das man nicht stehlen kann, überhaupt jemandes Eigentum sein kann?

Wieso haben wir in unserer Gesellschaft überhaupt ein Eigentum? Ein häufig gehörter Vergleich ist: »Genauso wie der Bäcker Eigentümer der Brötchen ist, die er gebacken hat, ist der Urheber Eigentümer des Werkes, das er geschaffen hat.« Doch kommt das Eigentumsrecht des Bäckers wirklich vom Backen? Was wäre wenn das Mehl, aus dem die Brötchen sind, jemand anderem gehört? Würde der dann nicht drauf bestehen, dass die Brötchen auch ihm gehören? Es ist also vielmehr so, dass der Bäcker Eigentümer der Brötchen ist, weil er Eigentümer des Mehls war. Dieses hat er vom Bauern erworben, der den Weizen angebaut hat. Dieser war wiederum Eigentümer des Weizens, weil er Eigentümer des Bodens war auf dem dieser gewachsen ist.

Und woher kommt das Eigentum am Boden? Spätestens hier kann niemand mehr behaupten, er hätte den Boden geschaffen. Und dennoch vergeben wir Eigentum daran. Der Grund dafür ist einfach: Würden wir das nicht tun, würde jeder damit machen, was er will und man hätte einen ständigen Konflikt. Wenn ich auf einem Stück Land ein Haus bauen will, aber ein anderer lieber Weizen darauf anbaut, dann widerspricht sich das. Also muss sich die Gesellschaft darauf einigen, wer über das Land entscheidet, sprich, wer dessen Eigentümer ist.

Und hier kommen wir wieder zurück zum eingangs erwähnten Beispiel des Autos. Wenn ich das Auto stehle und damit wegfahre, dann steht der Eigentümer dumm da, wenn er damit in die Arbeit fahren möchte. Wenn ich das Auto aber kopieren würde, dann könnten wir beide dort hinfahren, wo wir wollen. Aus diesem Grund hätte ich kein Problem damit, ein Auto zu kopieren. Genau dasselbe gilt für Inhalte, die in der Realität heutzutage beliebig kopierbar sind. Und deswegen kann man nicht einfach kreative Inhalte mit Sacheigentum gleichsetzen.

Es wird Zeit, die Debatte zu versachlichen. Und dazu zählt sich klarzumachen: Wissen und Kultur haben keinen Eigentümer. Sie haben einen Urheber, der eine wichtige und entscheidende Arbeit leistet, aber eben nicht über das Werk verfügen kann, wie ein Eigentümer über sein Auto. Man darf dabei dennoch nicht den Fehler machen, die kreative Arbeit des Urhebers auszublenden. Nur weil es kein »geistiges Eigentum« gibt, ist das noch lange kein Grund das Urheberrecht komplett abzuschaffen.

Denn auch wenn es kein gottgegebenes »geistiges Eigentum« gibt, so ist es dennoch sinnvoll das kreative Schaffen der Urheber zu fördern. Es ist das ureigene Interesse der ganzen Gesellschaft, dass gute Künstler und Wissenschaftler ihre Zeit und Arbeit in neue Werke stecken. Denn ohne diese Arbeit wird unsere wissenschaftliche und kulturelle Entwicklung massiv ausgebremst. Deswegen ist es nur recht und billig, ein Urheberrecht zu etablieren.

Alle Aspekte dieses Urheberrechts müssen sich aber der gesellschaftlichen Diskussion stellen. Es gibt viele Ansätze für ein modernes Urheberrecht und alle haben ihre Vor- und Nachteile. Aber wir müssen aufhören, das Urheberrecht als ein in Stein gemeißeltes »geistiges Eigentum« zu betrachten. Damit werden nur drakonische Gesetze wie SOPA, PIPA, ACTA und Co. gerechtfertigt, die eine massive Einschränkung der bürgerlichen Freiheiten zufolge haben. Und das ist ganz sicher nicht im Interesse der Gesellschaft.

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Kommentare

45 Kommentare zu Warum es kein geistiges Eigentum gibt

  1. LordSnow meinte am

    Sehr guter Artikel!

    Viele Grüße
    René

  2. Yue meinte am

    Gut gesagt wie ich es von den Piraten gewöhnt bin.

  3. Allerdings kann ich als Bäcker oder Autohersteller mir aussuchen, wem ich das Zeug verkaufe, dessen Urheber ich bin. Und wenn ich nun mal mein Werk nicht kostenlos kopiert haben will, sondern lieber für teuer Geld bei Amazon und iTunes anbieten, dann soll mir das doch erlaubt sein, oder?
    Warum darf ich als Urheber nicht bestimmen, ob ich mein Erschaffenes verkaufe, verschenke oder – wie Botticelli – auf Florenz’ Marktplatz verbrenne?

  4. Bäcker meinte am

    DENKFEHLER!

    was die Piraten nicht verstehen wollen (oder können?), wird schnell durch das Bäckerbeispiel klar:
    dem Bäcker gehört das Rezept!

    Ebenso gehört dem Musiker die Komposition.

    Jeder muss die freie Entscheidung treffen, ob die Ergebnisse seines Schaffens sozialisiert werden oder unter kommerziellen Gesichtspunkten verwertet werden sollen.

    Dabei darf es keine Differenzierung geben, wer denn nun als “gut” einzustufen sei (siehe Artikel).

    Die Forderung, Patente, Manuskripte, Musikwerke und Filme kostenlos zur Verfügung zu stellen, ist schlicht kulturelle Enteigung.

    Das Ergebnis wäre eine völlig verflachter Massen-Einheitsbrei, über dessen politische Ausrchtung ich nicht spekulieren will…

  5. Myator meinte am

    Gegenvorschlaege werden nicht geliefert.
    Um zu sagen das alles Falsch ist braucht es die Piraten nicht. Dazu gibt es ja schon die Linken und die Gruenen.

  6. Bernd Fachinger meinte am

    Indem du das Recht, Urheber zu sein, mit dem Rech auf Ein- und damit Auskommen daraus, also materiellem Gewinn, verknüpfst, hörst du auf, konsequent zu denken. Würde der Schaffende -oder wie beim BGE: jeder- ausreichend mit allem versorgt, gäbe es gar keine Notwendigkeit auf Eigentum irgendeiner Art.

  7. Nadine meinte am

    Neues entsteht aus Erfahrung- aus Kultur- aus Gesellschaft. Somit sollte jeder darauf aufbauend auch aus dem Neuen Neues entwickeln dürfen. Und dafür braucht es dringend einen leichteren Zugang zu “geistigem Eigentum” für alle, so dass alle davon profitieren können. Beispiel: Wissenschaft!

  8. lcr1tter meinte am

    Grusle mich grade ob einiger aus meiner Sicht recht hahnebüchner Kommentare oben.
    Der Artikel ist meiner Ansicht nach wirklich gut durchdacht. Er enthält auch keine Forderung, dass Musikwerke etc. kostenlos zur Verfügung gestellt werden [b]müssen[/b]. Wie oben schon erklärt wurde, haben wir ja ein begründetes Interesse daran, dass die Urheber weitere Werke schaffen und möchten sie auch unterstützen. Das machen uns aber die Firmen, die sich momentan noch an der Vermarktung von Musik, Büchern und anderem Content massiv bereichern, in einer Zeit, wo wir dank des Internets diesen Content auch von den Urhebern direkt beziehen können, möglichst schwer. Denn sie haben kein Interesse daran, dass der Urheber direkt unterstützt wird, da sie damit ihre Daseinsberechtigung inzwischen mehr und mehr einbüßen. Etwas polemisch wurde dafür bereits der Begriff “Content-Mafia” geprägt, denn die Strukturen weisen traurigerweise deutliche Ähnlichkeit auf. Allerdings traue ich den Rechte-Inhabern weniger kriminelle Energie zu. Sie bäumen sich noch einmal gegen eine Entwicklung auf, die aus meiner Sicht bereits überflüssig gemacht hat und zu Kieseln in der Brandung zermahlt. Was übrig bleibt sind hoffentlich weiterhin gute Dienstleister für die Urheber – denn die Autoren werden auch in Zukunft Bedarf an Mitarbeitern, die ihnen ihre Texte korrekturlesen etc. haben.
    Gegenvorschläge und andere Möglichkeiten der Unterstützung von Urhebern (vom ccc (http://www.ccc.de/de/updates/2011/kulturwertmark) bis zu flattr) gibt es ja bereits zuhauf, die vermisse ich hier nicht. Danke :)

  9. Chris Krohm meinte am

    Die Piraten rallen es nicht:
    Ein Auto zu kopieren würde bedeuten, dies eins zu eins nachbauen. Es heißt nicht, dies durch den Kopierer zu jagen.
    Ja, kopiert ruhig die Filme. Aber dann so dass Ihr die eins zu eins nachdreht und nicht copy Paste.
    Das gilt auch für Musik. Was der Musiker nicht verschenkt, verkauft er. Alles andere wäre Diebstahl.
    Und Kunst? Für mich ist wichtig, dass mein Werk auch meins bleibt.
    Genau deswegen wurde u.a. Ein Guttenberg fortgejagt. Zurecht. Aber mit solchen Aussagen geben die Piraten sogar Theodor recht. Nachdenken bitte oder einfach mal die Fresse halten!

  10. Murgpirat meinte am

    “Genauso wie der Bäcker Eigentümer der Brötchen ist, die er gebacken hat, ist der Urheber Eigentümer des Werkes, das er geschaffen hat.« Doch kommt das Eigentumsrecht des Bäckers wirklich vom Backen? Was wäre wenn das Mehl, aus dem die Brötchen sind, jemand anderem gehört? Würde der dann nicht drauf bestehen, dass die Brötchen auch ihm gehören? ”

    Das ist ein guter Ansatz… mal weitergesponnen… ist der Produzent des Mehls… bzw. entsprechend sogar der Weizen-Bauer… nicht sogar der Urheber des Brötchens, während der Mehlproduzent der Rechteverwerter ist und der Bäcker nur ein Mesh-Up erstellt?

  11. Malte S. meinte am

    Dass es keine Raubkopien im strafrechtlichen Sinne des Raubes und keinen Diebstahl im strafrechtlichen Sinne des Diebstahls gibt, sollte eigentlich so langsam angekommen sein. Erstaunlich ist aber, dass viele Gegner des aktuellen Urheberrechts sich nachdem sie quasi auf Tuchfühlung mit den gesetzlichen Begriffen gearbeitet haben, diese anschließend völlig ignorieren.

    Denn was ist Eigentum i.S.d. Art. 14 GG? Eigentum meint schlicht die Gesamtheit des dem Berechtigten zugordneten Vermögens, über das er eine von der Rechtsordnung (Inhaltsbestimmung) vorgegebene Verfügungsmacht hat. Wobei sich Vermögen nicht auf Sachen, sondern auf Rechte bezieht. Das Eigentum im bürgerlich-rechtlichen Sinne ist hingegen nur ein Recht an einer Sache. Deshalb fällt auch das Anrecht auf ALG I oder Rente unter den grundrechtlichen Begriff des Eigentums; nicht aber unter den Eigentumsbegriff des BGB.

    Diese Unterscheidung kann man kritisieren. Wenn man aber mit juristisch-präziser Argumentation die Fehlerhaftigkeit der von den aktuellen Rechteinhabern verwendeten Begriffe darstellt, sollte man auch im Anschluss weiterhin so präzise arbeiten.

    Spricht man sich nicht für eine völlige Abschaffung des Schutzes geistiger Werke aus, so fällt auch das in Zukunft bestehende Verfügungsrecht unter den grundgesetzlichen Eigentumsbegriff. Die Abgrenzung “geistiges” kann dabei sehr gut als Klarstellung verstanden werden, dass eben nicht das bürgerlich-rechtliche Eigentum gemeint ist, sondern ein anderes.

    Auch in der Argumentation besteht aber ein Fehler. Man kann es schon fast als klassischen Argumentationsfehler der Piraten bezeichnen, dass bei Vergleichen oder ähnlichem nur die Position des Endnutzers / Verbrauchers / einfachen Bürger beachtet, die des Unternehmers aber schlicht ignoriert wird.

    Und hier kommen wir wieder zurück zum eingangs erwähnten Beispiel des Autos. Wenn ich das Auto stehle und damit wegfahre, dann steht der Eigentümer dumm da, wenn er damit in die Arbeit fahren möchte. Wenn ich das Auto aber kopieren würde, dann könnten wir beide dort hinfahren, wo wir wollen. Aus diesem Grund hätte ich kein Problem damit, ein Auto zu kopieren. Genau dasselbe gilt für Inhalte, die in der Realität heutzutage beliebig kopierbar sind. Und deswegen kann man nicht einfach kreative Inhalte mit Sacheigentum gleichsetzen.

    Ein kleines Beispiel. A hat ein Auto. Dieses wird von B kopiert und nunmehr fahren beide ein Auto. Mal vom Umweltschaden abgesehen, ist das wohl nicht schlimm. Nun will A sein Auto aber verkaufen weil er es nicht mehr benötigt, aber sich gerne einen tollen Wein kaufen möchte (oder weniger dekadent klingende Produkte, z.B. seinen Studienkredit ablösen möchte). Kopiert nun der potentielle Käufer C das Auto statt es zu kaufen, so bleibt der A auf einem für ihn nunmehr wertlosen Auto sitzen.
    Ebenso verhält es sich mit dem Inhaber von Nutzungsrechten an “geistigem Eigentum”. Der Endnutzer erleidet keinen Verlust durch die Kopie. Der Urheber aber hat nunmehr ein Produkt, dessen Vermarktbarkeit reduziert oder aufgehoben wird. Damit wird die – durchaus sehr erhebliche Arbeit – des Urhebers zu einem ökonomischen Verlust.
    (Die Problematik der reinen Rechtverwerter muss hier bewusst ausgespart werden, weil sie auf dieser Ebene keine Rolle spielt.)

    Nebenbei ist die Argumentation zum Bäcker und Mehl auch nur am bürgerlich-rechtlichen Eigentumsbegriff verankert. Die Begründung und Übertragung von Eigentum ist hierfür im BGB geregelt und stellt sich jedenfalls in diesem Komplex als bloße Inhaltsbeschränkung des grundgesetzlichen Eigentumsbegriffs dar. Sie könnte auch dahingehend geändert werden, dass der Verarbeiter immer Eigentum erlangt… Ups, haben wir ja in § 950 BGB bereits.

  12. Gilderet meinte am

    kann aber nicht derjenige der die Brötchen gekauft hat entscheiden was er damit macht?
    also auch verschenken
    und da kopieren und stehlen fuer die ja das selbe ist kann ich nen file im internet verschenken da es ja kein unterschied macht zwischen kopie und diebstahl
    und dementsprechend kann ich es auch verschenken denn wenn ich ein Brötchen verschenke regt sich auch niemand auf.

    Denn ich verschenke nur das was ich rechtmäßig gekauft habe und nicht geklaut.
    ich weiß das ist viel rechtsdreherei und dehnerei
    aber ich finde das gut :)

    außerdem machen die ja nix anderes nur das die mehr geld haben

  13. cosmoe meinte am

    ich als designer stehe hier zwischen den stühlen. klar ist, und das wird wohl nicht verstanden, das es sowas wie nutzungsrechte gibt. rechte, die einem gewähren zeitlich und örtlich beschränkt oder unbeschrängt, ausschliesslich oder im kollektiv dinge zu gebrauchen. hier zählen vorallem dinge dazu, die nicht materialisiert sind, also meist (heutzutage) digital. dazu zählen fotos, logos, musik, filme, illustrationen, aber auch namen. wir sollten die diskussion aber unbedingt aufnehmen. in 10 jahren werde produkte zuhause ausgedruckt: bis dahin sollte hier die diskussion geschlossen sein. meiner meinung sind nutzungsentgelder für musik etc. zu entrichten, aber in welcher form wir das aufrecht erhalten können ist die frage.

  14. Stefan meinte am

    Von Anfang an gut, leider fehlt dem Artikel der entscheidende Punkt. Er erklärt, es gäbe viele Ansätze für ein modernes Urheberrecht. Aber warum wird dann hier keiner genannt??

  15. Stefan meinte am

    @Bäcker:

    Dein Vergleich hinkt.

    Wenn ein zweiter Bäcker der den ersten noch nie gesehen hat, weit weg wohnt und auch das Rezept nicht kennt, das gleiche oder ein sehr änliches Rezept erfindet und damit bäckt, dann darf er trotzdem seine Brötchen verkaufen.

    Das müsste bei deiner Argumentation auf Musiker dann auch zutreffen.

  16. Jörg Wagner meinte am

    Im Ansatz guter Artikel, der genau das wiedergibt, was ich auch denke. “Raubkopierer” ist ein polemisierender Begriff um für die breite Masse klar zu machen wer der “Böse” ist. Das lehne ich aus tiefster Überzeugung ab. Was ich ander sehe ich der Umgang in den Artikel mit dem Begriff “geistiges Eigentum”. Jeder der eine Idee hat und diese umsetzt, hat an der Idee das geistige Eigentum, und nur ihm obliegt es zu entscheiden ob und wie er es der Öffentlichkeit bereit stellt. Dieses Recht kann ihm auch niemand absprechen und das sollte auch heilig bleiben, und höchstens durch vertragliche Absprachen abzutreten sein (wenn du bei uns arbeitest, gehen alle Ideen an die Firma über, wenn du hier etwas veröffentlichen möchtest dann nur als nichtkommerzielles Werk .. etc )

    Trotzdem geht es in die richtige Richtung und ich finde es gut,weiter so!

  17. lateris meinte am

    Einige der o. g. Kommentare beweisen mir nur eines: und zwar wie schwer es ist, den Grundgedanke dahinter zu erfassen, bzw. wie schwer es ist, sich von etablierten Denkstrukturen zu befreien.

    Hier noch ein sehr interessanter Artikel darüber: http://www.dittmar-online.net/ip/index.html

  18. Klüver meinte am

    Hallo,

    das Autobeispiel hinkt. Demnach wäre Industriespionage und der Diebstahl von teuer erarbeiteten Ergebnissen der FuE-Abteilungen legitim. Mit diesen abstrusen Vergleichen schadet man dem wichtigen Anliegen der Piraten die Verwertung von Kunst zu reformieren.

    Viele Grüße
    Klüver

  19. Fabian Talkenberg meinte am

    Prinzipiell stimme ich zu. Ich würde mich jedoch freuen, wenn aus dem gleichen Grund auf Begriffe wie “Datenklau” verzichtet werden würde, um auch auf diesem Gebiet einen sinnvolleren Ausdruck zu etablieren.

  20. Alex meinte am

    Noch einen Beitrag, der zeigt, dass die Partei auf dem richtigen Weg ist.

    Die moderne Welt benötigt moderne Instrumente und Methoden. Wie viel Kraft und Geld wird in die Bekämpfung investiert? Stattdessen kann man auf die moderne technische Mitteln zurückgreifen, um die Probleme zu lösen und die Welt wird dadurch nicht nur sicherer, sondern auch attraktiver, stärker und interessanter.

    Die Chinesen haben es erfolgreich bewiesen und in nur 20 Jahren ein neues Weltwunder geschaffen. Stimmt, die Kopieren alles – von Autos und Waffen bis hin zu Mobiltelefone und Webseiten. Das Kopieren ist aber auch die Arbeit, die ein neues Wissen erschafft und neue Möglichkeiten und Potenziale hervorhebt.

    Und am Ende des Tages geht das alles dem Lande zu Güte. Im Gegenteil zu anderen Ländern, wo dies nur einigen wenigen Personen aus der Wirtschaft und Politik das Gute tut.

  21. Andreas R. meinte am

    @piratenlily: Ganz knapp zusammengefasst: Ideen bzw. geistige Werke entstehen a) nicht aus dem Nichts, sondern bauen auf Vorhandenem auf. Will eine Gesellschaft einen Kultur- und Erfahrungsschatz aufbauen, muß die freie Nutzung gewährleistet werden (ist auch heute so, nur mit arg langen Schutzfristen) b) sind Informationen öffentliche Güter, die nicht der Ressourcenknappheit (es sind nur n Schnitzel vorhanden) und nicht dem Ausschliesslichkeitsprinzip (Entweder ich esse das Schnitzel, oder Du) unterliegen. Willst Du aus Informationen Waren machen, so mußt Du sie künstlich verknappen. Dies wirksam(!) durchzusetzen greift aber massiv in andere Rechte ein, zB. Recht auf freie Privatsphäre, freie Kommunikation, etc. c) Informationen haben das Problem, daß ihr Wert nicht ohne Konsum der Information bestimmt werden kann. Bisher war es so, daß geistige Werke an ein Trägermedium gekoppelt war, für das obige Eigenschaften nicht galten. Ein Buch aus Papier verwendet knappe Ressourcen (Holz), entweder hast Du dieses Buch oder ich. Mit dem digitalen Wandel erleben wir aber eine Loslösung der Information von den Trägermedien. Im übrigen sagt keiner von uns, daß Du geistige Werke nicht verkaufen kannst, Du wirst Dich aber der Realität stellen müssen, daß Du in og. Konfliktbereiche hineinkommst. Und mir wäre eine Gesellschaft lieber, die den freien, informierten, gebildeten und mündigen Bürger forciert, als eine, die ihre Bürger unter Generalverdacht stellt und hoheitliche Aufgaben, wie Strafverfolgung (wie n-strike Modelle zeigen) privatisiert.

    @Bäcker: Das Rezept hat der Bäcker aufgrund der Erfahrung und des Meinungsaustausches im Laufe der Zeit entwickelt, dann gilt oben gesagtes. Vielleicht war es auch ein Ergebnis eines Malheurs, ist es dann aber eine geistige Schöpfung? Davon abgesehen, ein Rezept als solches ist mir beim Bäcker wurscht, ich will mir leckeren Kuchen nicht vorstellen müssen, ich will ihn essen. Und da kommt es auf das Können eines Bäckers eher an, als auf das Rezept.

    @Myator: Politik ist nicht dazu da Geschäftsmodelle zu entwickeln oder zu zementieren. Politik muß Rahmenbedingungen setzen und möglichst jedem gleiche Chancen bieten. Dennoch sei auf http://piratenpartei-bayern.de/files/2010/09/Reader_Urheberrecht_Piraten_2012.pdf hingewiesen. Auf den letzten zwei(?) Seiten gibt es eine Liste von funktionierenden Geschäftsmodellen

    @Chris Krohm: Mit Kopie ist oben eine 1:1 Kopie gemeint. Da physisches Kopieren immer auf begrenzte Ressourcen zurückgreift (du brauchst Stahl, Kohle, …) hast Du fixe Kosten, mit denen Du den Wert der Kopie beziffern kannst. Die Kopie, die Du erzeugst, wird niemals 100%ig identisch mit dem Original sein.

    Eine digitale Kopie dagegen ist faktisch ohne Kosten möglich (faktisch meint, vernachlässigbar klein) und ist ein *exaktes* Abbild des Originals und nicht von diesem zu unterscheiden.

  22. Krischan meinte am

    Ihr seit Kommunisten!

  23. LordSnow meinte am

    Ein Auto kopieren bedeutet eben nicht es nachzubauen.

    Der Vergleich wäre erst zutreffend, wenn wir einen Star Trek ähnlichen Replikator hätten, dann könnten wir auch ein Auto kopieren, oder Brötchen bzw. Nahrung allgemein. Dann wäre eben auch die Frage, wie gehen wir damit um, wollen wir die Replikatortechnologie dann auch verbieten und Leute verfolgen welche sie trotzdem nutzen, denn das allgemeine Interesse bei einer solchen Technolgie wäre gewaltig.

    Die Alternative wäre eben auf Geschäftsmodelle auszuweichen, welche es zulassen die Erschaffer der neuen kopierbaren Sachen auch so zu honorieren, wobei das bei einem Kopiergerät für materielle Dinge, dann schon schwieriger wird, da Geld an sich wohl komplett an Bedeutung verlieren würde.

    Viele Grüße
    René

  24. Revan meinte am

    Im Grunde ist schon alles gesagt worden, was es dazu zu sagen gibt.

    Wenn ihr schon den “Ist-Zustand” kritisiert, wäre es wünschenswert, mindestens ebenso ausführlich über den gewünschten “Soll-Zustand” zu berichten- und zwar noch im selben Artikel, nicht erst dutzende Verlinkungen später.

    Ansonsten kann man der juristisch sauberen Argumentation von Malte S. nur uneingeschränkt zustimmen. Bitte hört auf, euch bei den meisten Beiträgen nur auf den Endverbraucher zu spezialisieren und stellt auch dar, welche Folgen eure Reformationspläne für die Unternehmer hätten.

  25. Andreas R. meinte am

    Zu Malte S.:

    “Spricht man sich nicht für eine völlige Abschaffung des Schutzes geistiger Werke aus, so fällt auch das in Zukunft bestehende Verfügungsrecht unter den grundgesetzlichen Eigentumsbegriff. Die Abgrenzung “geistiges” kann dabei sehr gut als Klarstellung verstanden werden, dass eben nicht das bürgerlich-rechtliche Eigentum gemeint ist, sondern ein anderes.”

    Genau dies ist der Punkt an dem sich die Geister scheiden. Der Begriff “geistiges Eigentum” suggeriert, daß es sich um “irgendwas ähnliches” wie materielles Eigentum handele. Dies ist aber falsch. Der Eigentumsbegriff kann einzig durch Ressourcenknappheit schlüssig gerechtfertigt werden. Eigentum durch in Besitz nehmen zu begründen ist nicht hinreichend, da ich zB. die Luft in Besitz nehmen kann, dies von der Gesellschaft aber zu recht nicht toleriert werden dürfte. Eine andere Begründung für Eigentum ist die zur Besitznahme notwendige Schaffenskraft. Dies mag für die Erzeugung eines Produktes hinreichend sein, ermöglicht aber nicht die Begründung des Eigentums an Boden. Wenn wir uns also einigen, daß Eigentum nur deswegen gesellschaftlich anerkannt wird, weil knappe Ressourcen verteilt bzw. zugeteilt werden müssen, so ist der Begriff geistiges Eigentum zu negieren. Denn der Geist, die Gedanken, sind frei und stellen keine knappe Ressource dar.

    Als Argument für sogenanntes geistiges Eigentum wird die Schöpfung genannt, also der Urheber erarbeitet sich durch seine eigene Geistesleistung ein Werk (analog zu dem Schaffensbegriff oben. Sprich, wenn ich Arbeit aufwende, steht mir das Geschaffene als mein Eigentum zu). Der Punkt ist nun aber, daß diese Idee des Geniegedankens antiquiert ist. Tatsächlich beruht die eigene Idee auf einer Lebenserfahrung, die auf den Werken und Ideen der Vorfahren und Mitmenschen aufbaut. In der aktuellen Kognitionswissenschaft wird von einigen Vertretern gar die Selbstbestimmtheit von menschlichen Handlungen negiert. Daher ist auch die Schöpfung eines Werkes grundsätzlich neu zu diskutieren.

    “Ein kleines Beispiel. A hat ein Auto. Dieses wird von B kopiert und nunmehr fahren beide ein Auto. Mal vom Umweltschaden abgesehen, ist das wohl nicht schlimm. Nun will A sein Auto aber verkaufen weil er es nicht mehr benötigt, aber sich gerne einen tollen Wein kaufen möchte (oder weniger dekadent klingende Produkte, z.B. seinen Studienkredit ablösen möchte). Kopiert nun der potentielle Käufer C das Auto statt es zu kaufen, so bleibt der A auf einem für ihn nunmehr wertlosen Auto sitzen.”

    Der Gedankenfehler sitzt in der Voraussetzung der These.
    B muss nämlich Material für das kopieren aufwenden. Das Material ist begrenzt und deswegen hat B einen erheblichen Kopieraufwand. Und A kann B das Auto verkaufen, solange es preislich unter dem Kopieraufwand liegt. Das funktioniert auch deswegen, weil das Auto von An auch einem Abnutzungseffekt über die Zeit unterliegt.

    Wenn wir uns aber im Bereich der digitalen Kopie bewegen, dann haben weder A noch B einen Materialaufwand. Die Kopierkosten gehen gegen Null, die Abnutzung geht gegen Null. Wenn also A sein Original verkaufen will, muß er dafür sorgen, dass B es nicht kopieren kann (er muss B also überwachen), oder B selbst eine Kopie anbieten und dafür sorgen, daß B lieber bequem bei A die Kopie kauft statt sich aufzurappeln und irgendwie As Original zusuchen und dann eine Kopie herzustellen.

  26. Fitz meinte am

    Sorry, aber alles außer dem letzten Absatz ist doch nur leeres Gerede und genauso unsachlich wie es hier der Filmindustrie vorgeworfen wird.
    Der letzte Absatz bringt das Thema trotzdem erstaunlich gut auf den Punkt.
    Die Begrifflichkeit spielt jedoch dabei gar keine Rolle. Der Begriff “Geistiges Eigentum” ist wohl lobbygeprägt und nicht besonders treffend, aber für die Betrachtung ist die Begrifflichkeit vollkommen irrelevant.
    Es geht vor allem darum das beim Vervielfältigen von “Geistigem Eigentum” der Urheber geschädigt wird. Hier den Begriff Diebstahl zu verwenden ist sicher überspitzt. Die Begrifflichkeit ändert aber nichts daran, dass hier jemand geschädigt wird.

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  28. rob meinte am

    Rezept: der baecker kannkein eigentum am broetchen-rezept haben. Wenn er es mir erzaehlt, kann und darf ich mir die broetchen auch selber backen, anstatt sie zu kaufen. Oder sollte der baecker die verfuegungsgewalt ueber meinen kopf, meine haende, mein mehl oder meinen backofen haben, nur weil ich das rezept von ihm gelernt habe? Fragt ihr auch immer eure lehrer, wie ihr das in der schule erworbene wissen anwenden duerft!?

    Auto wieder verkaufen: wenn ich mein gebrauchtes auto nicht mehr teuer verkaufen kann, weil jeder sich schon eines kopiert hat dann habe ich schlicht pech gehabt! Wieso sollte die gesellschaft insgesamt davon profitieren, wenn gueter kuenstlich verknappt werden, damit einzelne einen profit machen koennen? Nebenbei: wenn man autos kopieren koennte, dann haette ich auch selbst nicht so viel fuer mein auto bezahlen muessen, der verlust durch wegfall des second-hand-marktes waere also sowieso kaum existent.

  29. Oxygen meinte am

    Hallo,

    grundsätzlich würde ich gerne zustimmen aber ich kann es nicht ^^ warum? Das Beispiel mit dem Brötchen backen, mit dem Wort Eigentum hab ich ein Problem, fangen wir am Start an ein Bauer hat ein Feld ob es sein Eigentum ist oder er es gepachtet hat wer weiß, aber das Feld wird ein Feld bleiben oder auch nicht denn wenn der Bauer nichts macht wird darauf nichts wachsen außer Gras und Unkraut, d.h. der Bauer muss erst Tag ein Tag aus sein Feld mit harter Arbeit was abringen und am Ende ist der Lohn seiner Arbeit Getreide das er verkaufen kann oder auch nicht wenn ein Sturm oder schlechtes Wetter alles vernichtet, dann war dies sein Risiko. Das Getreide am Ende bleibt aber immer ein Ergebnis seiner Arbeitsleistung, genauso der Bäcker, jeder von uns kann Mehl kaufen und ein Brot backen zumindest versuchen, was man für ein Brötchen zahlt ist nicht das Material es ist die Arbeitsleistung. Die Wahrheit ist alle Rohstoffe sind praktisch unendlich vorhanden, man zahlt immer nur für die Arbeitsleistung jeder Gegenstand ist der Preis seiner Arbeitsleistung, jeder kann ein Fahrrad oder Auto kopieren mit seiner Arbeitsleistung. Warum ist ein Auto so teuer? Die Rohstoffe, nein die sind praktisch kostenlos da unendlich vorhanden, man zahlt die Arbeit um an die Rohstoffe zu gelangen um die Maschinen zu erschaffen um das Auto zu entwickeln. Jetzt kommen wir zu einem digitalen Gegenstand, auch hier bezahlt man nicht dafür das mein PC jetzt mal eben ein Lied aus dem Internet downloaded, nein da entstehen mir eher kosten für den Internetzugang, das Gerät und Strom, man bezahlt für die Arbeit die in diesem Produkt steckt, wenn man sich jetzt einen Film kostenlos über das Internet anschaut oder eine Kopie erstellt, dann macht man dies ohne die Arbeit von anderen Menschen zu bezahlen man klaut oder nutzt so gesehen ihre Arbeitsleistung kostenlos aus.

    Viele Grüße
    Oxygen

  30. suchenwi meinte am

    Mein Hauptargument gegen den Begriff des “geistigen Eigentums” ist: wahre Eigentumsrechte sind unbefristet und können beliebig lang weitergegeben werden.

    Monopolrechte auf Immaterialgüter, wie man korrekterweise sagen muss, sind immer befristet. Patente auf 20 Jahre, Urheberrechte auf 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers. Danach werden sie gemeinfrei.

    Hinzu kommt: Lizenzbedingungen auf z.B. DVDs können allerlei Restriktionen enthalten, die man bei “echtem” Eigentum nicht hätte. Sie dürfen z.B. nicht in Flugzeugen, Bussen, Krankenhäusern, Schulen, Gefängnissen und Ölbohrplattformen abgespielt werden. (Bücher darf man da noch überall lesen…)

    Und das Problem der entgangenen Einnahmen ist sehr viel älter als das Internet. Wenn ich jemandem ein Buch leihe, kann er es auch lesen, aber bezahlt nicht dafür. (Bei e-Books wird sowas ja schon verhindert.) Wenn ein Buch in einer Bibliothek steht, lesen es vielleicht hunderte von Leuten. Dem Verlag sind also hunderte Verkaufserlöse ergangen?

    Oder, ein Witz. Jemand denkt sich einen köstlichen Witz aus. Das ist sein “geistiges Eigentum”, solange er es niemand anderem erzählt. Er hat das Urheberrecht daran. Aber sobald er den Witz jemandem erzählt, und dieser ihn weitererzählt usw., hat er weder Einnahmen daraus, noch die Kontrolle, wer den Witz kennen darf, und nicht einmal die Namensnennung des ursprünglichen Urhebers. “Ist das Wort dem Mund entflohn…”

    Was veröffentlicht wurde, ist öffentlich. Ob ein Witz oder ein Tatort.

  31. –Frank. meinte am

    @ suchenwi:

    >> Was veröffentlicht wurde, ist öffentlich. Ob ein Witz oder ein Tatort.

    Nach dieser Logik könnten Sie jeden Bus und jede Fernbahn nutzen, ohne ein Ticket erwerben zu müssen.

    @ all:
    Was mich an Diskussionen wie dieser verwundert, ist, mit welcher Freiheit Nichtjuristen juristische Fachbegriffe verwenden und diskutieren. Der Begriff “Eigentum” umfasst das umfassendste Herrschaftsrecht, welches die Rechtsordnung zulässt; dieses gilt übrigens nicht für den Begriff “Besitz”.

    Natürlich gibt es “geistiges Eigentum”.

    Es handelt sich hierbei um die juristische Bezeichnung eines Sachverhalts, dass ein Lizenzgeber unterschiedliche Arten von Lizenzen veräußern kann.
    So ist es einem Urheber z.B. möglich, eine Lizenz für das “ausschließliche” wie das “einfache” Nutzungsrecht an einem Werk einzuräumen.

    Erwirbt ein Lizenznehmer das “ausschließliche” NR, ist er in der Lage, vielen anderen Lizenznehmern ein “einfaches” NR einzuräumen.

    Und nu aufgepasst:
    nur der Besitz des “ausschließlichen” NR versetzt einen Lizenznehmer in die Lage, Vervielfältigungen anzufertigen (selbst die Urheber selbst dürfen, wenn sie ein solches Recht eingeräumt haben, keine Vervielfältigungen des Werks anfertigen, dessen “ausschließliches” NR sie veräußert haben).

    Bei sogenannten “Raubkopien” handelt es sich um Vervielfältigungen eines Werks, die unrechtmäßig von Lizenznehmern verbreitet werden, die (von Lizenznehmern mit “ausschließlichem” NR) nur ein “einfaches” NR erworben haben.

    Der Begriff des “geistigen Eigentums” ist also die Bezeichnung eines abstrakten Sachverhalts, genau wie der Begriff des “Eigentums” selbst eine Bezeichnung eines abstrakten Sachverhalts ist.
    Wird der Begriff “Eigentum” in Frage gestellt, sollte der Bäcker wirklich gut auf seine Brötchen achtgeben, so wie jeder von uns auf seine Schuhe, Hosen, Computer, etc. pp …

  32. David Eitler meinte am

    Ich bin außerordentlich enttäuscht von diesem Artikel. Sowas von arrogant und neunmalklug….
    Nur eine Anmerkung: Wenn wir alles kopieren könnten, Auto, Frau, Kleidung, Urlaub, so wie das die Piraten euphorisch propagieren, gäb es keine Wirtschaft mehr. Und alles würde zusammenfallen, denn um eine Parallele zum dem kopieren von geistigem Eigentum im Internet mit dem kopieren von Eigentum in der Realität ziehen zu können, müsste man davon ausgehen, dass das Kopieren des Autos keine Ressourcen voraussetzt.

    Das ist alles so an der Nase herbeigezogen….

  33. David Eitler meinte am

    Eine Argumentation, die einem 9. Klass Gymnasiasten nicht stand hält, ist peinlich und ihr gehört nicht in eine Position, in der es euch gestattet ist, mitzuregieren.

    Euer Erfolg ist der Konsens orientierungsloser nicht über den Tellerrand schauender, naiver und egoistischer Halbstarker.

    Ihr fordert Solidarität, dann fangt damit an, indem ihr Leistungen anderer Menschen honoriert.

  34. Alex Ander meinte am

    Ich verstehe nicht wieso GRUNDSÄTZLICH von Schädigung des “Erschaffers” ausgegangen wird ?

    Beispiel:

    Ich möchte einen Film gucken welcher im Geschäft als DVD erhältlich ist und 10 Euro kostet.

    Das ist mir für einmal Film gucken aber zu teuer. Diesen Film würde ich mir also niemals kaufen. Jetzt schaue ich ihn mir im Internet an, wo er kostenlos von einem Privatnutzer bereitgestellt wird an.

    Laut allgemeiner Aussage Prelle ich jetzt den Urheber um Geld was aber nicht stimmt da ich den Film halt sonst gar nicht gesehen hätte, und somit den Film Nichtmal weiterempfehlen könnte.

    Jetzt würde ich dem Urheber ja auch um seine Brötchen bringen wenn ich den Film bei meinem Nachbarn mitgucke da ich diesen ja nicht bezahlt habe.

    Muss ich jetzt 10 Euro an den Vermarkter des Films 10 Euro bezahlen um ein reines Gewissen haben zu dürfen ?

    Ich glaube nicht das sich jemals eine Lösung dafür finden lässt welche alle zufriedenstellt…

    Irgendjemand bleibt immer auf der Strecke und fühlt sich benachteiligt oder auf den Schlips getreten und wird die Diskussion von Vorne beginnen.

  35. czil meinte am

    Welcher Bäcker würde noch ein Brötchen backen, wenn jeder kommen könnte, das Brötchen nehmen, es durch seinen Kopierer jagen? Dann eine Kopie davon essen könnte, das Original dem Bäcker wieder zurückgeben und dafür nicht mal danke sagen müsste?

    Welcher Kunde würde noch für Brötchen bezahlen?

    Was würde wohl ein Bäcker tun, wenn ich ihn darum bitten würde, das Brötchen zur Verfügung zu stellen, es zu kopieren?
    Ach so? Er würde mir auf die Finger hauen?
    Wenn ich es ihm abkaufe?
    Ja, dann reicht mir eins, das kaufe ich mir, ich lade meine Freunde ein und wir essen.
    Der Bäcker verkauft nur noch ein Zwanzigstel und freut sich drüber?
    Nach 3 Wochen wollen wir doch mal eine neue Sorte Brötchen, weil immer die gleichen aus dem Kopierer sind langweilig – und wir wundern uns, weil der Bäcker seinen Laden zugemacht hat? Konnte sein Mehl nicht mehr zahlen, konnte seine Angestellten nicht mehr zahlen, musste seine Brötchen selber essen?

    Als Autor habe ich keine Druckerei, kein Lektorat, keine Werbeabteilung, die mir die Werke so in die Läden bringt, dass ich davon meinen Lohn bekomme.
    Ich könnte, wie der Bäcker, mich in einen Laden stellen und drauf warten, bis einer kommt und es haben will…
    Nur, dann könnte ich nichts mehr schaffen, denn dann würde ich verhungern, selbst wenn jemand tastächlich den Weg in meinen Laden fände. (Der Bäcker hat deshalb ja auch Angestellte, die den Verkauf übernehmen, die wir über die Ware bezahlen)

    Mag sein, dass ich auch neidisch werde, ob der Ungerechtigkeit, dass Filmgesellschaften für den Vertrieb eines Films Millionenbeträge kassieren, mag aber sein,dass ich ganz froh bin, wenn ich die Summen, die jeder Flop kostet, nicht zahlen muss.
    Andererseits, ein wenig billiger könnte die “Ware” geistiges Gut manchmal schon sein.
    Aber, mögen wir weniger verdienen, wenn es sich vermeiden lässt?

  36. Marco meinte am

    Der von den Piraten ins Spiel gebrachte Ansatz zu geistigem Eigentum und Urheberrecht kann nur mit dem BGE Hand in Hand gehen. Aber dafür stehen die Piraten ja auch. Meine Stimme 2013 haben sie.

  37. Matze meinte am

    In dem text wird ja zurecht gesagt, dass es für eine Gesellschaft wichtig ist kulturelle Werte zu schaffen, sei es ein Film, ein Lied oder eine wissenschaftliche Arbeit. Nun muss der Künstler ja von irgendetwas leben, sicher brauch er dafür keine Millionenbeträge, wobei die Höhe von Einkommen ein anderes Feld ist, aber darüber hinaus braucht er in unserer Gesellschaft auch Kapital um weitere Werke zu schaffen und dieses Kapital kommt natürlich von seinen bereits geschaffenen Werken. Wenn nun aber ein mehr oder weniger großer Teil dieses Ertrages wegfällt, sei es auch nur durch eine Lockerung des Urheberrechtes dann besteht die Gefahr, dass ein neues Werk, wenn es überhaupt entsteht, von minderer Qualität ist und ob die Gesellschaft davon profitiert halte ich für zweifelhaft.

  38. Urheber meinte am

    Wenn Autos kostenfrei kopiert werden könnten, würden die Autohersteller nur noch eines pro Modell/Marke verkaufen können, weil alle anderen die das haben wollen es dann kopieren.
    Die Entwicklungskosten würden durch den Verkauf eines Autos pro Modell nicht getragen werden können. Piraten haben anscheinend noch nie was von “Economies of Scale” gehört.
    D.h. auch wenn der in diesem Fall “dumme” Autokäufer der als einziger das Modell kauft und dann kopieren lässt, keinen direkten Schaden hat (ausgenommen den dass andere die das Auto kopieren das Geld sparen und für was anderes ausgeben können), hat vor allem der Autohersteller den Schaden.

    LIEBE PIRATEN: BITTE ERSTMAL NACHDENKEN UND EIN WIRTSCHAFTSWISSENSCHAFTLICHES STUDIUM ABSCHLIEßEN, BEVOR IHR ÜBER ÖKNONOMIE SPRECHT.

  39. Zottelmonster meinte am

    Diese Position der Piratenpartei ist mir immer noch unverständlich und scheint in meiner Wahrnehmung sehr widersprüchlich zum Bereich des Datenschutzes. Auf der einen Seite soll der Urheber nicht eigentümerisch (gewollt unjusistisch ausgedrückt) über die von ihm geschaffenen Daten/Infomationen/Ideen verfügen können, aber die Privatperson soll über ihre Daten frei verfügen können und diese sollen niemandem zugänglich gemacht werden.

    Auf beiden Seiten finden sich Daten, die “einfach” kopiert werden können, ohne dass demjenigen ein “Verlust” entsteht. Sollte nicht in beiden Fällen der Erschaffer frei darüber verfügen können, was mit seinem Produkt geschieht? Ist es denn nach heutigem Stand des Rechts verboten seine Musik NICHT bei der GEMA anzumelden oder seine Filme frei im Internet zugänglich zu machen?

    Soweit ich weiß, wird dies niemandem verboten.

    Aber wieso sollten diese persönlichen Erzeugnisse, die sich einfach kopieren lassen, zwingend frei kopierbar sein. Soll der Urheber, als Schaffender von kulturellen oder wissenschaftlichen Gütern, weniger Recht über seine Erzeugnisse haben, als eine Privatperson?

    Es ist ja auch nicht so, dass in Deutschland “geistiges Eigentum” geschützt wird, sondern es wird nach Gesetz: “Der Urheber in seinen geistigen und persönlichen Beziehungen zum Werk und die Nutzung des Werkes” geschützt. Ebenso dient es zur “Sicherung einer angemessenen Vergütung für die Nutzung de Werkes”. Diese Rechte sollten den Urhebern auch weiterhin zukommen.

  40. Andreas meinte am

    Der Artikel ist lückenhaft und unbrauchbar. Er enthält keine Idee, wie denn nun das Urheberrecht geschützt werden sollte. Die Vergleiche mit Auto und Software (Programme, Dateien,Filme etc.) hinken: Ein Auto ist nicht auf Knopfdruck kopierbar, Software schon! Bei beiden geht eine kostenintensive Entwicklung voraus. Beim Auto ist diese schon dadurch geschützt, dass nicht Hinz und Kunz es kopieren können, lediglich andere, große Konkurrenten könnten das. Bei Software kann jeder Hinz und Kunz kopieren, somit bedarf einen expliziten Schutz, das sonst niemand mehr Software herstellen wird!

  41. Ronny meinte am

    Auch der Vergleich mit dem gestohlenen Auto hinkt gewaltig! Würde jemand mein Auto kopieren und damit herumfahren wäre es mir egal. Würde ich allerding hunderte Ingenieure und Arbeiter bezahlt haben, um dieses Auto auf den Markt zu bringen wäre es mir nicht egal. Mir scheint diese Eigentumsdskussion zielt darauf ab, geistige Arbeit grundsaätzlich als nullwertig zu sehen, welche nicht verkauft werden kann. Genauso verhält es sich mit Textwerken. Klar kann ich meinem Freund ein Buch mittels Scanner kopieren. Der Autor aber wäre sicher nicht erbaut weniger Tantieme zu kassieren.

  42. Andreas meinte am

    Was die Piraten vergessen, bei dem Beispiel mit dem Auto. Könnte man ein Auto Kopieren, wäre die Autoindustrie schnell am Ende und wir hätten einige Millionen Arbeitslose mehr.

    Der Artikel ist ein schönes Beispiel dafür wie Netzromantik nichts mit der Welt zu tun hat in der Familien ihr Essen bezahlen müssen. Dieser Logik nach darf es auch keine Patente mehr geben, keine Erfindungshöhe usw…… das würde ganz Deutschland auf einen Schlag lahm legen wenn solche Phantasten an der Macht sind……

    Warum es keine geistiges Eigentum gibt aber sehr wohl Schwachsinn im Netz.

    Als Pirat der ernsthaft Politik machen will würde ich mich grün und blau über einen solchen Artikel ärgern weil er jeder Grundlage der freiheitlichen Demokratie entbehrt, und kreativen Menschen ihre kreative Leistung abspricht, also auch noch diskriminierend ist….

    Die Piraten müssen endlich mal auf dem Boden der Realität ankommen und eine realistische Grundlage zur Diskussion stellen, anstatt Soziale-Netzromantik….alles ist für Lau und umsonst zu haben….das ist respektlos ggb. der Kreativ-Wirtschaft ggb. jedem kleinen Komponisten.

    Das geilste ist aber die Piraten schimpfen wie die Rohrspatzen zeigen aber keine Alternativen auf die funktionieren können. Solche Parteien habe ich gern die sagen: Alles muss anders werden, aber wie es anders werden soll das sagen sie nicht. Das erinnert mich sehr an die Grünen damals. Die Umwelt soll geschont werden die anderen sollen mal machen, aber ich fahre im Dicken Audio in die Parlamentssitzung, oder noch besser meine alte stinkende Ente die darf nicht auf den Schrott.

    Es sit schon verwunderlich wie bekloppt wir in DL aneinander vorbei diskutieren, nur weil jeder seine Doktrin im Kopf hat. So wird das nix mit einem netz das mit Urhebern funktionieren soll. Denn die Urheber stellen den interessanten Content her, dafür bezahlen will keiner, aber umsonst erstellt sich halt der Content nicht das ist nun mal so.

  43. BizzyD meinte am

    Was für ein unglaublicher Blödsinn… mehr kann einem dazu wohl nicht einfallen.

  44. Obi-Wahn meinte am

    >>Bei Software kann jeder Hinz und Kunz kopieren, somit bedarf einen expliziten Schutz, das sonst niemand mehr Software herstellen wird!

    Diese These ist schlicht falsch. Wenn die Leistung stimmt, sind genügend Menschen bereit freiwillig einen angemessenen Betrag zu bezahlen. Der Entwickler von Minecraft ist ohne nennenswerten Kopierschutz schon während der Entwicklung Millionär geworden und bei Kickstarter unterstützen Menschen sogar im voraus Projekte, die sie für gut halten, finanziell.

    Das Problem ist, daß der explizite Schutz der veralteten Geschäftsmodelle in der heutigen Zeit einen unangemessenen Eingriff in die Grundrechte aller Bürger bedarf. Und wenn diese Geschäftsmodelle mit unserem Grundgesetz nicht mehr in Einklang zu bringen sind, dann müssen sich die Kreativen neue Geschäftsmodelle einfallen lassen und nicht das Grundgesetz in die Tonne gekloppt werden.

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