Ein Kommentar von Pascal Bächtold
Von der AfD ist man in den letzten Jahren schon so einiges gewohnt. Doch leider schaffen sie es immer wieder, einen darauf zu setzen. Am 07.09. ist in Meißen Bürgermeisterwahl und für die AfD kandidiert René Jurisch, obwohl er kein Parteimitglied ist. Das ist für die AfD gar nicht mal so ungewöhnlich. Jedoch ist Jurisch kein verbitterter Opa mit Stammtischgehetze, sondern ein offener Neonazi. Um die Jahrtausendwende war er in der NPD aktiv und noch heute trägt er für alle sichtbar die schwarze Sonne auf seinem Oberarm, ein NS-Symbol aus zwölf Hakenkreuzen.
Da aber ein richtiger Neonazi auch für weite Teile der AfD-Anhängerschaft zu krass sein könnte, gibt sich Jurisch im Wahlkampf eher ruhig und bürgerlich. Seine NPD Mitgliedschaft? Eine Jugendsünde. Sein heutiger Rechtsextremismus? Solchen Fragen geht man lieber aus dem Weg. Er sei einfach nur ein ganz gewöhnlicher mittelständischer Bauunternehmer aus Meißen und garantiert nicht mehr.
Und während sich überall beim Wahlkampf um das Stadtoberhaupt die Parteien auf den Marktplatz stellen, sich mit den Bürger*innen über ihre Belange unterhalten und einander Hände schütteln, erhält Jurisch eine groß angelegte Kampagne von der AfD. Da macht der Kreisverband Meißen zum Beispiel plötzlich ein Sommerfest, auf dem Bundes-Co-Vorsitzender Tino Chrupalla als Stargast mit dabei ist, um Jurisch zu supporten. Oder es gibt eine große Online-Kampagne mit Grußvideos von Ulrich Siegmund, Franktionsvorsitzender in Sachsen-Anhalt, vom EU-Parlamentarier Alexander Jugbluth oder auch von einem der polemischsten und bekanntesten AfD-Bundestagsabgeordneten, Stefan Brandner. Auch ein Werbevideo vom rechtsradikalen Magazin „Compact“ an Jurisch darf nicht fehlen.
Es wird eine Wahlkampagne hochgezogen, als ginge es um den Oberbürgermeister einer Millionenstadt wie Köln oder München, dabei hat Meißen gerade mal 30.000 Einwohner*innen. Aber so soll es vielleicht auch wirken. Denn am Ende ist auch das ein weiterer Waggon am blauen Hype-Train, in den noch mehr Menschen einsteigen sollen, um sich vom Erfolg der AfD mitreißen zu lassen. Aber es sorgt nur dafür, dass das Ruder von Meißen an einen Rechtsextremen geht und die Politik in der Stadt noch rauer und unangenehmer wird. Vor allem für Minderheiten, Leute, die sich sozial engagieren und logischerweise auch Menschen links der Mitte. Das zeigt sich bereits jetzt im Wahlkampf, wenn jede Kritik am AfD-Kandidaten im Netz von einer hungrigen Meute zerfleischt wird. Aber auch die gesamte Stadt würde darunter leiden, wenn progressive Stimmen verstummen würden und internationale Tourist*innen wegen eines offen rechtsextremen Bürgermeisters nicht mehr in die Porzellan-Stadt kommen wöllten.
Während die NPD früher zu unbedeutend war, um verboten zu werden, sorgt die AfD dafür, dass genau jene NPDler von damals jetzt politische Ämter erhalten, in dem sie riesige Kampagnen aufziehen und Leute einschüchtern, die sich gegen ihre rechtsextreme Hetze stellen. Wie weit ist es denn gekommen, dass eine Partei, die in Teilen Sachsens knapp die Hälfte aller Stimmen bei diversen Wahlen erhält, einen Neonazi zu einer Wahl aufstellen lässt und die Leute akzeptieren das? Jemanden, der Nichtigkeiten sucht, um damit ein „Staatsversagen“ anzuprangern. Jemanden, der das Märchen vom angestrebten „Bevölkerungsaustausch“ offen propagiert. Jemanden, der die schwarze Sonne großflächig auf dem Oberarm trägt und öffentlich präsentiert.
Wenn ihr in Meißen wohnt, dann geht bitte am 07.09. wählen. Demokratisch versteht sich. Und wie auch die Wahl ausgeht, bleibt stark, bunt und widerständig. Denn die AfD ist keine Alternative für Meißen!
Ein Kommentar von Pascal Bächtold
Von der AfD ist man in den letzten Jahren schon so einiges gewohnt. Doch leider schaffen sie es immer wieder, einen darauf zu setzen. Am 07.09. ist in Meißen Bürgermeisterwahl und für die AfD kandidiert René Jurisch, obwohl er kein Parteimitglied ist. Das ist für die AfD gar nicht mal so ungewöhnlich. Jedoch ist Jurisch kein verbitterter Opa mit Stammtischgehetze, sondern ein offener Neonazi. Um die Jahrtausendwende war er in der NPD aktiv und noch heute trägt er für alle sichtbar die schwarze Sonne auf seinem Oberarm, ein NS-Symbol aus zwölf Hakenkreuzen.
Da aber ein richtiger Neonazi auch für weite Teile der AfD-Anhängerschaft zu krass sein könnte, gibt sich Jurisch im Wahlkampf eher ruhig und bürgerlich. Seine NPD Mitgliedschaft? Eine Jugendsünde. Sein heutiger Rechtsextremismus? Solchen Fragen geht man lieber aus dem Weg. Er sei einfach nur ein ganz gewöhnlicher mittelständischer Bauunternehmer aus Meißen und garantiert nicht mehr.
Und während sich überall beim Wahlkampf um das Stadtoberhaupt die Parteien auf den Marktplatz stellen, sich mit den Bürger*innen über ihre Belange unterhalten und einander Hände schütteln, erhält Jurisch eine groß angelegte Kampagne von der AfD. Da macht der Kreisverband Meißen zum Beispiel plötzlich ein Sommerfest, auf dem Bundes-Co-Vorsitzender Tino Chrupalla als Stargast mit dabei ist, um Jurisch zu supporten. Oder es gibt eine große Online-Kampagne mit Grußvideos von Ulrich Siegmund, Franktionsvorsitzender in Sachsen-Anhalt, vom EU-Parlamentarier Alexander Jugbluth oder auch von einem der polemischsten und bekanntesten AfD-Bundestagsabgeordneten, Stefan Brandner. Auch ein Werbevideo vom rechtsradikalen Magazin „Compact“ an Jurisch darf nicht fehlen.
Es wird eine Wahlkampagne hochgezogen, als ginge es um den Oberbürgermeister einer Millionenstadt wie Köln oder München, dabei hat Meißen gerade mal 30.000 Einwohner*innen. Aber so soll es vielleicht auch wirken. Denn am Ende ist auch das ein weiterer Waggon am blauen Hype-Train, in den noch mehr Menschen einsteigen sollen, um sich vom Erfolg der AfD mitreißen zu lassen. Aber es sorgt nur dafür, dass das Ruder von Meißen an einen Rechtsextremen geht und die Politik in der Stadt noch rauer und unangenehmer wird. Vor allem für Minderheiten, Leute, die sich sozial engagieren und logischerweise auch Menschen links der Mitte. Das zeigt sich bereits jetzt im Wahlkampf, wenn jede Kritik am AfD-Kandidaten im Netz von einer hungrigen Meute zerfleischt wird. Aber auch die gesamte Stadt würde darunter leiden, wenn progressive Stimmen verstummen würden und internationale Tourist*innen wegen eines offen rechtsextremen Bürgermeisters nicht mehr in die Porzellan-Stadt kommen wöllten.
Während die NPD früher zu unbedeutend war, um verboten zu werden, sorgt die AfD dafür, dass genau jene NPDler von damals jetzt politische Ämter erhalten, in dem sie riesige Kampagnen aufziehen und Leute einschüchtern, die sich gegen ihre rechtsextreme Hetze stellen. Wie weit ist es denn gekommen, dass eine Partei, die in Teilen Sachsens knapp die Hälfte aller Stimmen bei diversen Wahlen erhält, einen Neonazi zu einer Wahl aufstellen lässt und die Leute akzeptieren das? Jemanden, der Nichtigkeiten sucht, um damit ein „Staatsversagen“ anzuprangern. Jemanden, der das Märchen vom angestrebten „Bevölkerungsaustausch“ offen propagiert. Jemanden, der die schwarze Sonne großflächig auf dem Oberarm trägt und öffentlich präsentiert.
Wenn ihr in Meißen wohnt, dann geht bitte am 07.09. wählen. Demokratisch versteht sich. Und wie auch die Wahl ausgeht, bleibt stark, bunt und widerständig. Denn die AfD ist keine Alternative für Meißen!