Ein Kommentar zum 70. Jahrestag des Atombombenabwurfes auf Hiroshima

Vor über 70 Jahren wurde die damals größte Massenvernichtungswaffe der Welt in den USA entwickelt und zum ersten Mal “erfolgreich” eingesetzt. Zuerst kam eine ungetestete, mit Uran bestückte Version, später dann der Nachfolger des getesteten Modells, bestückt mit Plutonium, zum Einsatz – mit verheerenden Folgen.

Binnen weniger Minuten starben zehntausende Menschen, an den Folgeschäden in den nächsten Wochen und Monaten weitere hundertausende. Bis heute wurden Millionen von Menschen durch die Nachwirkungen in ihrem Leben negativ beeinflusst, von Mutationen bei Neugeborenen, über Hauterkrankungen bis zu verseuchtem Wasser oder Nahrung.

Die Mittel, die die Massen bedrohen, sind nicht verschwunden, sie sind sogar mehr geworden und auch viel schwieriger auszumachen. Auch wenn Atomwaffen heute niemand mehr wirklich zu benutzen wagt, sind sie immer noch vorhanden. Zu Zeiten des Kalten Krieges besaßen die ‘Atommächte’ bis zu 70.000 Atomwaffen. Heute soll es weltweit mehr als 16.000 geben. Das ist Wahnsinn. Das Versprechen von Barack Obama nach einer atomwaffenfreien Welt ist bis heute wenig realistisch. Warum auch, denn immerhin sind laut einer aktuellen Umfrage 45% der US-Amerikaner nicht der Meinung, dass Atomwaffen unmenschlich sind.

Auch wenn Deutschland keine eigenen Atomwaffen besitzt, haben wir inzwischen eigene Instrumente entwickelt, die in der Welt Schaden verursachen. Als einer der größten Waffenexporteure fördern wir Krieg und Leid weltweit – es könnten ja Arbeitsplätze gefährdet sein, wenn man die Produktion einstellt. Dass wir dadurch das Leid wesentlich mit verursachen, das zur Flucht von vielen Millionen Menschen führt, bei der schon die Aufnahme eines kleinen Teils für uns “unverkraftbar” sei, interessiert sehr viele überhaupt nicht. Drohnen, die überall auf der Welt Menschen töten, werden von Militärzentralen in Deutschland gesteuert, Anfragen befreundeter Geheimdienste um “gefährliche” Menschen zu überwachen führen wir gerne aus. Denn auch hier gilt – eine Verschlechterung der politischen Beziehungen könnte auch den Wirtschaftsbeziehungen schaden.

Seit einigen Jahrzehnten sind zudem vollkommen neue Mittel dazu gekommen, anderen Ländern die eigenen Interessen mit der “großzügigen Erteilung” von Krediten oder die Schaffung von Abhängigkeiten aufzuzwingen. Und genau deswegen stört es auch niemanden, dass Menschen in Griechenland für 2000 Stunden im Jahr Arbeit nicht selten mit einem Mindestlohn von 400€ nach Hause gehen. Dass in Myanmar gerade Menschen für eine Erhöhung des Mindestlohnes von 0,41€ AM TAG demonstrieren, den sie wohl nie erhalten werden. Und am Rande der Wahrnehmung drängen Hedge Fonds und andere so genannte Investoren Puerto Rico zurzeit zu Maßnahmen, die für das Land und die Menschen langfristig fatale Auswirkungen haben werden.
Einige sind sogar stolz darauf, sich diesen Wohlstand selbst aufgebaut zu haben und ignorieren vollkommen die Realitäten – denn ein Großteil unseres Wohlstandes beruht auf der Ausbeutung anderer.

Viele Menschen, nicht nur in Südostasien, arbeiten für sehr wenig Geld, damit wir in unserem Lieblingsdiscounter auch weiterhin T-Shirts für 2,99€ kaufen können. Für unseren günstigen Urlaub in Marokko, Tunesien oder auch Griechenland müssen die dort lebenden Menschen sehr lange für sehr wenig arbeiten um zu überleben.

Wenn wir auf all das angesprochen werden, finden wir das wahrscheinlich nicht so toll. Gelernt haben wir aus der Vergangenheit aber viel zu wenig.

2 Kommentare zu “Was haben wir gelernt?

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