Die Piratenpartei in Sachsen – deine soziale Alternative

Persönlicher Erfahrungsbericht von Metterson über den 13. Februar 2010 in Dresden

Als Erstes: Ziel war es ja die Demo der Nazis zu verhindern und dies ist gelungen! Vielen Dank an die tausenden Mitblockierer, die in der Kälte waren und es geschafft haben das die Nazis nicht einen Meter aus ihrem Aufmarschgelände entfliehen konnten!

Also wo soll ich anfangen?

Der Weg in die Neustadt war für einige etwas schwierig und mit Hindernissen gesäht. Aber wie Piraten so sind, fanden die meisten auch einen Weg auf die nördliche Seite der Elbe. Ich selber war ab 9.30 Uhr mit einigen Piraten am Albertplatz und habe dort den ganzen Tag mit blockiert. Auch Piraten anderer Städte waren, zum Teil unter großen Einsatz, nach Dresden gekommen. So konnte ich Piraten aus Augsburg, Berlin, Chemnitz und Hamburg begrüßen (sicherlich waren viele weitere woanders, aber dies war die Lage am Albertplatz). Neben dieser Blockade gab es noch mehrere andere Blockaden, wie auf der Hansastraße und dem Bischofsweg/Schauburg.

Es herrschte eine sehr friedliche Stimmung unter den Demonstranten am Albertplatz, von anderen Blockadestellen habe ich leider anderes hören müssen. Am Albertplatz waren Familien mit Kindern, Clowns, Sambagruppen, ältere Ehepaare, Vereine, Parteimitglieder (zum Großteil Linke, Grüne und Piraten)  vor Ort und tanzten sich durch die Kälte. Denn man half sich gemeinsam über den Tag zu kommen. Es gab Tee und Kaffee, Brot wurde verteilt und auch die angrenzenden gastronomischen Einrichtungen verlegten, zum Teil spontan, ihre Küchen nach draußen. (Falls der Chinamann von der Alaunstraße das hier hier lesen sollte: Danke für die warmen Nudeln mit Frühlingsröllchen ).

Immer wieder sind wir per Twitter, Coloradio oder Durchsagen von der Bühne auf dem Laufenden gehalten worden wie es an anderen Blockadeplätzen aussieht. Als dann, nach stundenlangem Frieren, die Durchsage kam, dass die Demo der Nazis endgültig nicht stattfinden wird, brandete Jubel auf!

Über die Polizei kann und werde ich nur sehr wenig sagen, denn es gibt viele Dinge die mir zu Ohren gekommen sind, ich aber nicht direkt miterlebt habe. Was ich aber im direkten Umfeld des Albertplatzes festgestellt habe ist, natürlich grimmig dreinblickende Hundertschaften in ihren grünen Cyborganzügen und Hubschrauberformationen über den Köpfen. Auch einige Platzverweise kann ich bestätigen. Insgesamt hat sich die Polizei aber defensiv verhalten und hat nur ab und zu mal mit einer Durchsage vom Mannschaftswagen die Menge belustigt. Alle Polizisten mit denen ich persönlich zu tun hatte waren hilfsbereit und kooperativ.

Was mir aber schwer im Magen liegt ist die mediale Verwurstung des 13. Februars in Dresden, sowohl im Vorfeld wie auch im Nachgang.

Da werden Büros des Bündnisses „Nazifrei – Dresden stellt sich quer!“ durchsucht und Webseiten auf stümperhafte Art und Weise gesperrt.[1] Da wird möglichst alles unternommen um die Blockierenden in den Tagen vor dem 13. Februar zu kriminalisieren und als „linke Chaoten“ abzustempeln und da behauptet die Oberbürgermeisterin Orosz doch ernsthaft, dass die Menschenkette alleinig dafür verantwortlich dafür ist das der Naziaufmarsch nicht wie geplant stattfinden konnte. [2]

Dies ist schlicht und ergreifend falsch. Die hübschanzuschauende, aber wirkungslose Symbolpolitik hat den Naziaufmarsch nicht verhindert, sondern hat nur ein paar schöne Bilder produziert. Verhindert haben den Aufmarsch tausende couragierte Menschen in der Dresdner Neustadt, die willens waren sich den Nazis entgegenzustellen.

Vielen Dank für die Bilder an webrebell